12 Januar

Persildose - By Riki1979 [Public domain], via Wikimedia Commons

Persildose – By Riki1979 [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Henkel-Konzern zählt zu den 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt und stellt zahlreiche Marken her, die wir alle kennen, nicht aber automatisch demselben Konzern zugeordnet hätten: Darunter fallen Perwoll, Spee, Somat oder zum Beispiel auch Schwarzkopf, Fa und Schauma. Von besonderer Bedeutung für Ostdeutschland wurde Henkels Marke Persil, die im Werk Genthin in Sachsen-Anhalt einen wichtigen Standpunkt hatte.

Das neuartige Waschpulver wurde bereits 1907 zu einem der Steckenpferde des Konzerns. Seinen Erfolg verdankte es einer innovativen Formel, die „selbsttätiges“ Waschen ermöglichte – also ohne anstrengendes Schrubben der Kleider. Dies bedeutete eine große Erleichterung für viele Hausfrauen und -männer der damaligen Zeit.

Da das Geschäft extrem gut lief, entschied man sich 1921 dazu, noch eine Zweigstelle neben dem Hauptproduktionsort Düsseldorf-Holthausen zu eröffnen. Die Wahl fiel auf die Stadt Genthin. Doch während des zweiten Weltkriegs musste die Produktion von Persil vorerst eingestellt werden. 1945 wurde das Werk enteignet und 1949 zum VEB erklärt. 1950 konnte die Marke schließlich wieder auf den Markt gebracht werden. Die Wiedereinführung des Waschpulvers ließ bei den Menschen auch die Hoffnung wachsen, dass jetzt alles wieder zur Normalität zurückkehren würde. Seinen Erfolg verdankt die Marke aber auch seiner Vermarktung, welches bereits seit der Jahrhundertwende Maßstäbe setzte.

Persils Marketing – seiner Zeit voraus

Die Marke Persil wurde zu einem Vorreiter der kommerziellen Vermarktung. Als es 1907 auf den Markt kam, wurde das Waschpulver noch mit einer Zeitungsannonce beworben. Um Aufmerksamkeit zu erregen, wurden kurze Zeit später Statisten in strahlend weißer Kleidung und mit großen Persil-Schirmen auf die Straße geschickt – für die damalige Zeit höchst originell. 1922 entstand die erste Werbefigur Persils: Kurt Heiligenstaedt zeichnete die bekannte Dame im weißen Kleid. Modell stand die damalige Freundin des Künstlers, die noch jahrzehntelang auf Plakaten und Emailleschildern zu sehen war.

In den 30er Jahren folgten Werbefilme, die im Kino liefen: Zeichentrickfilme, über mehrere Minuten lang. Einer zeigt beispielsweise zwei mit Schlamm bedeckte Fußballmannschaften, deren Spieler sich nicht mehr auseinanderhalten können. Nur Persil rettet das Spiel noch, in dem die Trikots schnell wieder blitzweiß gewaschen werden. Auch die aufwendigen Promotionskampagnen rissen nicht ab. Beispielsweise ließ die Marke mit einem Motorflugzeug, einem sogenannten „Himmelschreiber“, den Namen Persil mit Rauch in den Himmel schreiben.

Werbefilm mit Trude Haefelin für Persil Waschmittel (1952) bei deutsche-digitale-bibliothek.de

Werbefilm mit Trude Haefelin für Persil Waschmittel (1952) bei deutsche-digitale-bibliothek.de

1956 verewigte sich Persil in der Fernsehgeschichte: Die Marke produzierte den allerersten kommerziellen Werbespot des deutschen Fernsehens. Liesl Karlstadt und Beppo Brem spielten ein Ehepaar, welches sich über eine dreckige Tischdecke zankte. Damals hieß der abschließende Slogan zum Spot noch: „Persil und nichts anderes“. 1973 wurde der Werbespruch dann zu „Da weiß man was man hat“. In den 80er Jahren stieß der „Persil-Mann“ dazu, der durch Jan-Gert Hagemeyer verkörpert wurde. Wie ein Nachrichtensprecher berichtete er in einem sachlichen Ton von den Vorzügen des Waschpulvers. Damit lag er im Trend von für die Marken erfundenen Charakteren, wie beispielsweise Meister Proper oder Frau Antje. 2000 wurde eine weitere aufsehenerregende Werbekampagne gestartet: Persil ließ das Brandenburger Tor mit einer roten Schleife verpacken, wie es jährlich auch zum Promotionstag mit den Persil-Packungen geschieht. Seit 2007, zum 100-jährigen Jubiläum, lautet der neue Werbeslogan selbstbewusst „100 Jahre Persil – rein in die Zukunft“.

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