24 Januar

rotkaeppchenZwischen Magdeburg und Erfurt verbirgt sich die wunderschöne Region Saale-Unstrut. Vielen ist sie bekannt als Weingebiet: Entlang der Flüsse Saale und Unstrut ziehen sich kilometerlang idyllische Weinberge und laden zu ausgedehnten Wanderungen ein. Doch nur wenige wissen auch, dass der deutsche Sekt-Marktführer dort sein wichtiges Anbaugebiet führt. Seit 1856 kultiviert die Rotkäppchen Sektkellerei in der Region ihren Wein. Mit einem Gesamtumsatz von 855,6 Mio. € im Jahr 2013 dominiert die Rotkäppchen-Mumm GmbH den deutschen Sektmarkt wie keine andere.

Mehr als 150 Jahre Tradition

Moritz und Julius Kloss gründeten mit Carl Foerster in Freyburg Unstrut vor gut 150 Jahren eine Weinhandlung, in der sie den Perlwein „Monopol“ herstellten. Ab 1894 nennen sie ihren Sekt in „Rotkäppchen“ um, da auf Grund eines Markenrechtsstreits der Name geändert werden musste. 1948 endet die Ära Kloss & Foerster, denn der Betrieb wird enteignet und in die Volkseigenen Betriebe überführt. 1955 gelingt ein gewaltiger Aufschwung der Produktivität um 180%. Dies gelingt durch die Umstellung auf das neuartige Transvasierverfahren (Wiki), ein sehr viel effektiverer Schritt im Gärungsprozess. Doch nach der Wiedervereinigung erlebt das Unternehmen einen Einbruch wie ihn viele ostdeutsche Firmen erlitten. Jedoch kann die Privatisierung 1992 den erhofften Aufschwung bringen. Rotkäppchen erzielt solche Erfolge, dass es 10 Jahre später Unternehmensgeschichte schreibt: Als erstes ostdeutsches Unternehmen übernimmt es die westdeutsche Marke Mumm. So entsteht schließlich die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH.

Weinberge Freyburg

Weinberge in Freyburg – By Michael Sander (selbst fotografiert) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Ein Stück Kulturgeschichte entdecken

Bis heute entsteht der Sekt in der historischen Anlage in Freyburg Unstrut, in der alles seinen Anfang nahm. Im Keller des Anwesens wird weiterhin fleißig produziert. Dieser unterirdische Bereich umfasst fünf Stockwerke und erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von 130.000 m².

Das Gebäude im Stil der deutschen Renaissance zieht jährlich bis zu 100.000 Besucher an. Das romantische Anwesen kann immer besichtigt werden, sei es für Führung im Weinkeller bis hin zu mehrstündigen Verkostungen. Beeindruckend zu betrachten ist auch das riesige CuvĂ©efass, das aus dem Jahr 1896 stammt und mit aufwendigen Schnitzereien verziert wurde. Es fasst 120.000 Liter – das Material dafür lieferten 25 Eichen. Noch bis 1935 wurde darin ein CuvĂ©e hergestellt. Auch der denkmalgeschützte, überdachte Lichthof lädt häufig zu kulturellen Veranstaltungen ein. Zum Beispiel veranstaltete Rotkäppchen 2013 ein „Sektival“ mit zahlreichen Veranstaltungen und Shows.

Homepage der Rotkäppchen Sektkellerei: www.rotkaeppchen.de

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