11 Juni

Nudossi gibt's auch bei uns im Shop! Credits: Accountalive (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Nudossi gibt’s auch bei uns im Shop!
Credits: Accountalive (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Hätte es in der DDR eine Rankingliste der Dinge gegeben, die am schwierigsten zu ergattern waren, so wäre die Nuss-Nougat-Creme aus Radebeul bei Dresden ganz vorne mit aufgetaucht. Nudossi war ein besonders harter Fall von Bückware!

Der Frühstücksaufstrich galt als Luxusgut und war schon gar nicht in den normalen Verkaufshallen zu bekommen, sondern nur in den Delikatläden.

Für Nudossi zahlte man einen vergleichsweise stolzen Preis: „Die 200-Gramm-Packung kostete drei Mark, für DDR-Verhältnisse nicht billig“, erzählt Karl-Heinz Hartmann. Gemeinsam mit Sohn und Ehefrau führt er die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co., die heute Nudossi produzieren.

Echte Fans hielten Nudossi die Treue

Trotzdem erfreute sich Nudossi größter Beliebtheit. Nach einer mehrjährigen Pause wurde die Produktion 1999 wieder aufgenommen. Die Fans jubelten! Doch schon 2005 steckte die Firma in finanziellen Schwierigkeiten. Die endgültige Schließung drohte.

Daraufhin entwickelte sich eine für eine Marke beispiellose Solidaritätswelle: Tausende Fans schrieben Briefe und überwiesen ungefragt Geld, um die Firma zu retten. Andere kauften die Regale leer und hamsterten sich einen Vorrat an. Zeitweise wurden die Becher bei Ebay sogar für 10€ versteigert!

Doch ein Insolvenzverwalter konnte die Firma retten. Nudossi kam über die Krise hinweg und die Produktion der Nuss-Nougat-Creme hat mittlerweile schon längst die 50-Millionen-Becher-Marke geknackt.

Kein Vergleich zu Nutella

Der typisch nussige, nicht zu süße Geschmack der Creme begeisterte schon damals viele. 36 Prozent Haselnuss sollen drin sein: „Und so viel sind es auch“, versichert Karl-Heinz Hartmann; außerdem weniger Fett und Zucker als beim großen West-Mitbewerber Nutella.

Eigentlich war der hohe Nussanteil der damaligen Marktsituation geschuldet: Als Nudossi 1968 in die Läden kam, kosteten künstliche Aromen viel Geld. „Und je mehr Nüsse, desto weniger andere Zutaten mussten in die Creme“, erzählt der Firmensenior.

Wer seinen Nudossi-Becher mal längere Zeit nicht anrührt, sieht auf der Schokocreme eventuell eine leichte Ölschicht. Das ist keineswegs schlechte Qualität, sondern liegt im Gegenteil am hohen Nussanteil der Creme! Einmal umrühren, und die Schicht ist wieder weg.

2009 hat Nudossi seine guten Zutaten auch zertifiziert bekommen: Die Creme wurde Testsieger bei „Öko-Test“ und ließ dabei Nutella meilenweit hinter sich zurück. Vielleicht spricht man bald nicht mehr von der „Ost-Nutella“, sondern nur noch von der „West-Nutella“! 😉

 

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