26 August

Credits: By Werner Klemke.Eisenacher at de.wikipedia [CC-BY-SA-2.0-de], from Wikimedia Commons

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Wem die Zeitschrift „Das Magazin“ bekannt ist, der erinnert sich auch an Werner Klemkes Markenzeichen: Ein schwarzer, pfiffiger Kater zierte häufig die Titelseiten, die Klemke seit 1955 illustrierte.

Aber auch den kleinen Lesern dürften seine Illustrationen bis heute im Gedächtnis geblieben sein. Seine Zeichnungen und Holzstiche zu Kinderbüchern wie „Das Wolkenschaf“ oder den Grimm’schen Märchen haben ganze Kindergenerationen geprägt, die mit seinen Figuren aufwuchsen.

Heute am 26. August jährt sich der 20. Todestag des beliebten Künstlers und Illustrators der DDR.

Erfolgreicher Autodidakt

Werner Klemke, geboren 1917 in Berlin-Weißensee, begann seine Karriere zunächst als Trickfilmzeichner. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg fing er an, Bücher zu illustrieren. Schon bald nach seinem ersten Auftrag machte er sich einen Ruf als begabter und feinfühliger Illustrator.

Credits: Bundesarchiv, Bild 183-1985-1108-301 / Brüggmann, Eva / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Credits: Bundesarchiv, Bild 183-1985-1108-301 / Brüggmann, Eva / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Obwohl er selbst nie studierte, berief man ihn 1956 als Professor an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Dort prägte er Generationen von Studenten und brachte ihnen seinen Anspruch an die Bücherkunst näher.

Denn darunter verstand Klemke nicht nur das Illustrieren, sondern den gesamten Prozess, der hinter einem Buch steckt:

„Unter ‚Bücher machen’ verstehe ich, einem Buch durch Auswahl der Papiersorte und der Lettern, durch Satzanordnung und Buchschmuck Gestalt zu geben mit allen Zutaten, die nötig sind, den Absichten des Verfassers gerecht zu werden und dem Leser das Lesen zu erleichtern.“

Mit Leidenschaft am Werk

Doch Werner Klemkes Liebe zu Büchern erstreckte sich nicht nur auf seine Arbeit – zuhause besaß er eine Bibliothek von etwa 20.000 Büchern, die mit wertvollen Exemplaren bestückt war. Er sammelte zudem auch Gegenstände und Kunstwerke, von denen er sich für seine Illustrationen inspirieren ließ â€“ zum Beispiel Schiffsmodelle, Püppchen oder Spielzeug.

Klemkes Illustration zum Decamerone. Credits: By Werner Klemke.Eisenacher at de.wikipedia [CC-BY-SA-2.0-de], from Wikimedia Commons

Klemkes Illustration zum Decamerone.
Credits: By Werner Klemke.Eisenacher at de.wikipedia [CC-BY-SA-2.0-de], from Wikimedia Commons

Klemkes überaus produktive Arbeit wurde erst von einer Serie von Schlaganfällen Ende der 80er Jahre beendet. Er hinterlässt uns über 800 Buchillustrationen.

Ein vielfältiges Schaffen

Viele von uns haben Werner Klemke als Illustrator von heiteren Kinderbüchern kennengelernt, darunter so schöne Geschichten wie „Die Schwalbenchristine“ und „Hirsch Heinrich“. Auch die DDR-Ausgabe der „Kinder und Hausmärchen der Brüder Grimm“ ist mit zauberhaften Illustrationen gefüllt.  Eine große Zahl seines Werks machen aber auch Illustrationen von Klassikern aus, beispielsweise zu Homers „Ilias“ oder Manns „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“.

Für die Gestaltung des Renaissance-Klassikers „Decamerone“ des italienischen Dichters Giovanni Boccaccio, verlieh ihm dessen Geburtsstadt Certaldo sogar die Ehrenbürgerschaft.

Klemkes Begabung zur Illustration beschränkte sich nicht nur auf das lustige und unbeschwerte – er vermochte sich genauso gut mit den ernsthaften Geschichten des Lebens auseinanderzusetzen.

Dabei gelang es ihm, nicht bei der bloßen Bebilderung stehen zu bleiben, sondern dem Leser eine eigene Bildwelt zum Roman zu eröffnen.

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Eine Antwort zu “Die Bildwelt des Werner Klemke – zum 20. Todestag des Illustrators”

  1. […] bekannte Illustrator Werner Klemke prägte mit seinem unverwechselbaren Stil das Aussehen des Magazins über 36 Jahre hinweg. […]

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