13 August
Credits: By Aitor MĂ©ndez from Spain (DSC_0240.JPG) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

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Schon bei den alten Griechen war es normal, voreinander nackt zu baden – allerdings taten dies Männer und Frauen immer strikt voneinander getrennt.

Die Nacktheit wurde aber eigentlich erst im späten 18. Jahrhundert tabuisiert. Dies brachte um 1900 einige Reformbewegungen hervor, die die Rückkehr zur Natur und zur sogenannten „freien Körperkultur“ suchten.

Die Anhänger der Freikörperkultur vertraten die Auffassung, dass die Nacktheit, eigentlich ein natürlicher Zustand, kein Grund zur Scham sein sollte. Von konservativer Seite aus wurden sie dafür als Förderer des Sittenverfalls beschimpft.

FKK war nicht gleich FKK

Heutzutage wird das Nacktbaden als eine Art Naturerlebnis verstanden. Zu Beginn der Freikörperkultur propagierten die FKK-Vereine aber auch häufig einen politischen Anspruch. Dieser konnte sowohl links- als auch rechtsgerichtet sein.

Die FKK-Bewegung etablierte sich nur langsam Credits: Bundesarchiv, Bild 183-20742-0007 / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Die FKK-Bewegung etablierte sich nur langsam
Credits: Bundesarchiv, Bild 183-20742-0007 / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Die Nacktheit wurde von manchen als eine Art kommunistische Gleichheit aller Menschen verstanden. Nationalsozialistische Gruppierungen legten stattdessen den nackten Körper als ein Zeichen von „germanischer“ Härte aus.

Abseits der extremen Pole hatten viele FKKler jedoch einen evangelischen Hintergrund oder waren Anhänger der sogenannten Lebensreform. Diese forderte eine Rückkehr zur Natur, mit Blick auf die Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt im Zeitalter der Industrialisierung.

1920 hatten die Nudisten es bereits erreicht, dass in Sylt ein FKK-Strandabschnitt eingerichtet wurde. Doch das Dritte Reich unterbrach alle FKK-Bestrebungen und verbot die Nacktbaderei. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man sich der FKK-Kultur wieder widmen.

Freikörperkultur – Normalität in der DDR?

In der DDR wurde die Freikörperkultur besonders gefördert. Dort konnte man an allen Badeseen und Gewässern FKK-Abschnitte finden. Ob jung oder alt, Mann oder Frau – danach unterschied man am FKK-Strand nicht.

Doch diese Liberalität gibt es erst seit den 1970er Jahren. Bis dahin war auch in der DDR das Nacktbaden heiß umstritten. Der Badeort Ahrenshoop stand dabei besonders im Zentrum der Aufmerksamkeit:

Credits: By Bundesarchiv, Bild 183-1989-0710-419 / Uhlemann, Thomas / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Credits: By Bundesarchiv, Bild 183-1989-0710-419 / Uhlemann, Thomas / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Dort hatte man erstmals einen FKK-Abschnitt eingerichtet, der aber 1954 aufgrund kritischer Stimmen wieder geschlossen wurde. Der Gegenprotest, der sich daraufhin erhob, war jedoch noch viel stärker – bereits 1956 öffnete der FKK-Strand wieder.

In den Jahren darauf entspannte sich die Einstellung zum Nacktbaden allerdings nach und nach. Mit der Liberalisierung der Gesellschaft durch die Generation der 68er erhielt die Freikörperkultur sogar einen neuen Aufschwung.

In der DDR war das Nacktbaden generell verbreiteter und weniger umstritten als in der BRD. Die Freikörperkultur wurde schließlich zu einer Bewegung, die fast die gesamte Bevölkerung ergriff.

Heute macht sich die unterschiedliche Einstellung zum FKK-Baden innerhalb Deutschlands immer noch bemerkbar. In den ostdeutschen Gebieten trifft man viel häufiger auf ein ungezwungeneres Verhältnis zum Nacktbaden.

Die Freikörperkultur verfolgt jedoch heute international eine gemeinsame Idee: Die natürliche Nacktheit signalisiert Verbundenheit und Vertrautheit der Gesellschaft und soll einen respektvollen Umgang mit dem Gegenüber fördern.

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