23 Oktober

Credits: von Marc Planard (Eigenes Werk) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 oder CC-BY-2.5], via Wikimedia Commons

Credits: von Marc Planard (Eigenes Werk) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 oder CC-BY-2.5], via Wikimedia Commons

Robert Smith, Frontmann der Band „The Cure“, war ihr Idol – voller Weltschmerz, mit zerwühlten Haaren, schwarzer Schminke und düsterer Ausstrahlung. Ihm eiferten die Gothics nach, die sich aus der Punk- und New Wave-Bewegung heraus entwickelt hatten.

Auch die Mauer konnte nicht verhindern, dass sich von England und der BRD aus die Gothic-Bewegung auch in der DDR ausbreitete. Dies geschah teils sogar über Jugendmagazine wie die „Bravo“, die über die neue Jugendbewegung berichtete.

Schaurig-schön, morbide und düster

Ihre Kleidung und ihre Gesinnung war modischer und geistiger Protest, gegen eine erdrückende Einheitlichkeit. Mit politischem Protest hatten die Gothics meist nichts zu tun.

Man erkannte sie an ihrer schwarzen Kleidung, den toupierten Haaren, und schrägen Accessoires wie Totenköpfen und Kreuzen. Sie beschäftigten sich mit „dunklen“ Themen, wie dem Tod und dem Nachleben, gaben sich introvertiert und melancholisch. Neben The Cure standen Vorreiter wie Joy Division und Siouxsie and the Banshees für das Genre.

Die „Guffins“ und die Stasi

Obwohl sie sich manchmal auf Friedhöfen trafen, schliefen wohl die allerwenigsten von ihnen in Särgen – aber die Klischees und Vorurteile über Gothics stapelten sich schnell. Und da sich die Gothics mit ihrer düsteren Ausstrahlung und exzentrisch-schwarzer Kleidung nicht gerade in die FDJ-Mode einfügten, sorgte diese Szene natürlich auch für Aufregung bei der Stasi. Dort wanderten die Gothics in die Sparte der „negativ-dekadenten“ Jugendlichen.

Generell war man bei der Stasi jedoch von den unterschiedlichen Jugendbewegungen geradezu überfordert: „Guffins und Shins“, Gruftis und Skins, warf Stasi-Chef Erich Mielke gerne mal in seiner Verwirrung in einen Topf.

Heute willkommen – die Schwarze Szene beim Wave-Gotik-Treffen

Credits: von Mori Morou (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Credits: von Mori Morou (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Heute gibt es in der ehemaligen DDR, in Leipzig, mit dem Wave-Gotik-Treffen (WGT) eines der größten Treffen der Schwarzen Szene weltweit. Darunter fallen nicht nur die Gothics, sondern alle anderen möglichen Spielrichtungen, von Cyber Punk bis Viktorianisch.

Die bunte (oder auch schwarze) Schar flaniert gerne durch die Innenstadt und die Parks Leipzigs, und lässt sich von den ganz unspektakulär gekleideten Leuten bestaunen und fotografieren.

Anlässlich des WGTs bietet das Museum in der runden Ecke jährlich eine Ausstellung zu der Schwarzen Szene in der DDR an, die jedes Jahr viel Anklang findet. Die Sonderausstellung präsentiert unter anderem Musterakten der Stasi über die „Guffins“, die die Besucher einsehen können. An dieser Anlaufstelle können ehemalige DDR-Bewohner auch ihre eigene Akte anfordern und einsehen.

Tags: ,

Eine Antwort hinterlassen